Samstag, 12. November 2016

Samstag ist Suppentag!

"Mama, was gibt es heute?"
"Das, was es immer am Samstag gibt: Suppe!"
Noch vor einigen wenigen Jahren habe ich auf diese Reaktion mit einem Naserümpfen reagiert. Suppe war für mich...naja...es gab in meinen Augen etwas Besseres. Zum Beispiel der Sonntagsbraten mit Klößen und Rotkraut. Aber das war nun mal dem Sonntag vorbehalten. Einige Jahre später stehe ich am Samstag in der Küche, koche einen Knochen für eine gute Brühe ab und schnipple geduldig das Gemüse! Dabei schwelge ich in Erinnerungen...

Dicke Gemüsesuppe, mit Kasseler und Nudeln




In meinem Elternhaus gibt es einen riesigen Kachelofen. Heute lebe ich in der Stadt und wünsche mir diese Wärme zurück. Heizungswärme ist ein Witz dagegen. Jeder, der sich an so einem Ofen einmal aufgewärmt hat, oder wie ich mit Solchigem aufgewachsen ist, wird das verstehen. Natürlich muss dafür Holz gehackt werden. In unserem Fall hat mein Vater das Holz in eine ofengerechte Größe mit der Kreissäge zugeschnitten und wir Kinder haben die Holzstücke unter der von Papa extra angefertigten Überdachung gestapelt. Da gab es Tage an denen man nach kurzer Zeit vom hauchfeinen Regen, der in der Luft lag, durchnässt wurde. Auf dem Gesicht war ein feuchter Film, die Hände waren kalt. Aber die Laune war keinesfalls schlecht. Zumindest bis der Hunger kam!




Drinnen war der Kachelofen schon angeheizt. Dieses Gefühl vom Kalten und Nassen in das Haus zu kommen und diese unvergleichbare Ofenwärme umschließt dich von Anfang an wie eine Decke - eine tolle Erinnerung! Dann saß man um den Küchentisch herum und Mama stellte mit einem Satz den randvollen und schweren, großen Topf in die Mitte. Dampfend kroch der Geruch von Möhre, Sellerie, Kohlrabi und anderem Gemüse in die Nase. Dann die Frage: "Willst du die Wiener gleich am Anfang haben, oder erst wenn du die Suppe alle hast?"  Dazu gab es eine Scheibe Brot, gefolgt vom friedvollen Auslöffeln der Suppe. War der Teller alle, hat Mama ihn sofort noch einmal befüllt: "Iss ruhig noch was! Bis zum Kaffee ist es noch ein bisschen und das Holz stapelt sich nicht von allein!"  Schwups war der Teller wieder voll und die Kraft kam mit jedem Löffel und jedem Lachen der Mittagsrunde zurück. 
Heute sitze ich mit meinem Liebsten in der Heizungsgewärmten Wohnung, eingekuschelt in der "Flauschidecke" und erzähle ihm bei einer guten Portion Suppe von diesen Samstagen.
Wir wollen nun einen Kachelofen, wenn wir mal ein Haus bauen! *zwinker*

Deine Frau Hummelsüß







Zutaten
(für ca. 4 Personen)

  • ca. 300g Kasselerknochen 
  • 3-4 Möhren
  • 1/2 Stange Porree
  • 1 mittelgroßes Stück Sellerie
  • 1/2 Kohlrabi
  • 2 mittelgroße Kartoffeln
  • 200g Rosenkohl
  • 150g kleine Muschelnudeln
  • 1 kleines Bund Petersilie
  • eventuell: 4 Wiener



Zubereitung

  1. Kasselerknochen mit gut 2 Liter Salzwasser aufkochen und für 20 Minuten köcheln lassen. 
  2. Gemüse abwaschen. Möhren, Kohlrabi, Sellerie und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Porre in schmale Ringe schneiden. Rosenkohl putzen, eventuell halbieren. 
  3. Gemüse nach den 20 Minuten Kochzeit zum Kasseler hinzugeben. Gemüse bei mittlerer Hitze gar ziehen lassen. Wenn das Gemüse noch bissfest ist die Nudeln und die Wiener hinzugeben, bis die Nudeln weich sind. 
  4. Suppe mit Salz abschmecken. Petersilie waschen und sehr fein hacken. In die Suppe rühren. 
 

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